UPDATE 3 aus Kenia

Anne Huettemann Greenpeace e.V. • 7 April 2022
in der Gruppe Themengruppe Konsumwende

Was gibt es Neues?

Unser Team verabschiedet sich bereits von Tansania und zieht weiter über die Grenzstadt Namanga nach Nairobi, Kenia. Nicht nur sie treten diese Reise an, denn an der Grenze stehen unzählige Transporter mit Mitumba, welche auf die Einreise nach Kenia warten. Dies zeigt ganz klar, dass das Problem von Importen nicht national gelöst werden kann. Ein offizieller Importstopp verlagert das Problem lediglich in Nachbarländer oder führt zu illegalen Transporten über die Grenze. Nicht zuletzt hängen auch sehr viele Arbeitsplätze und Familien von Mitumba ab, diesen darf ihre Lebensgrundlage nicht ohne eine echte Alternative entzogen werden.

In Nairobi stand zuerst ein Besuch auf den Märkten Toi und Gikomba auf dem Plan. Hier bietet sich ein bereits bekanntes Bild: Kleider und Schuhe werden massenweise angeboten, das Team ist regelrecht erschlagen von der Menge.

Viel schlimmer ist jedoch das, was man auf den Märkten selbst nicht sieht: Diejenige Kleidung, welche so alt und kaputt ist, dass sie gar nicht mehr verkauft werden kann. In direkter Nähe zum Gikomba-Markt türmt sich der Textilmüll auf der Straße. Die Bilder sind erschreckend, denn der Müll gelangt ungehindert in den Fluss Nairobi. Manche Brücken überspannen statt einem Fluss nun ein Meer aus Textilien. Und auch hier findet man Menschen, welche inmitten dieser Textilberge die letzten verwertbaren Stücke suchen und diese in großen Fässern unter offenem Himmel auskochen.

Doch es gibt auch Lösungen und engagierte Menschen vor Ort: Die kleine Upcycling-Firma Suave beispielsweise. Statt Müll werden hier aus den Textilien vom Gikomba-Markt neue Rucksäcke hergestellt. Dazu werden zahlreiche Jeans und andere Stoffe aufgetrennt und zu ihrem nächsten Leben wieder zusammengenäht.

Wo war unser Team?

Karte 1Karte 2

Foto-Impressionen

Schlange an der GrenzeSchuhe

 

Nairobi FlussBrücke über Textilien

Suave

 

 

 

 

 

 

 

 

Teaser: Was passiert als nächstes?

Als nächstes soll es nach Kibera, Nairobi gehen. Kibera ist eines der größten Slums in Afrika und Ort einer der größten Mülldeponien: Dandora. Dort möchte unser Team weiter recherchieren und natürlich im Anschluss auch wieder Lösungen und aktive Menschen vor Ort aufzeigen.

Du möchtest die nächsten Stationen unseres Teams direkt verfolgen? Dann schau auf ihren Kanälen vorbei!! @makesmthng @viola.wohlgemuth @kevinmcelvaney

 

Der Textil-Tipp des Tages

Achte beim Neukauf darauf, dass die Textilien aus Naturfasern wie beispielsweise Baumwolle hergestellt sind!

Du fragst dich warum?

  • 60% unserer Kleidung besteht aus Kunststoff, hauptsächlich Polyester, letztlich also Öl! Jährlich werden über 11 Milliarden Liter Erdöl für deren Herstellung verbraucht!
  • Pro Waschmaschine können bis zu 700 000 Mikroplastikfasern freigesetzt werden, in der Summe über eine halbe Million Tonnen pro Jahr!
  • Im Gegensatz zu Naturfasern zersetzt sich Plastik nicht, sondern zerfällt über die Jahrhunderte in weiteres Mikroplastik
  • Über die Nahrungskette landet unser Plastik-Textilmüll dann wieder auf unserem Teller