Greenpeace Protest bei RWE gegen Meereszerstörung

Andrea Gieseke Greenpeace e.V. • 11 July 2022
in der Gruppe Themengruppe Meere

Greenpeace Protest bei RWE gegen Meereszerstörung

RWE und Uniper wollen zusammen mit dem australischen Energiekonzern Woodside Gas fördern und damit Natur zerstören. Das Ausmaß für Wale zeigt der aktuelle Report „Moby Sick“. Dagegen demonstrieren heute Aktivist:innen von Greenpeace Deutschland vor dem RWE-Kraftwerk in Lingen mit einer Wal-Projektion und der Aufforderung: "Raubbau stoppen, Wale schützen #RWExit".
Viele Menschen machen sich Sorgen um die Energieversorgung. In den Debatten geht das teilweise auf Kosten von Klima und Biodiversität - Konzerne wollen diese Lage nutzen, um Kasse zu machen. Doch die Klima- und die Biodiversitätskrise sind nicht verschwunden. Deshalb müssen wir den Fokus darauf legen, mit den vorhandenen Ressourcen sparsamer umzugehen, und dürfen nicht noch neue fossile Projekte starten. Die deutschen Konzerne RWE und Uniper hingegen kümmern sich nicht um diese Gedanken. Sie wollen Erdgasbohrungen im Meer vor Westaustralien mitfinanzieren, die für die Unterwasserwelt vor der Küste schwerwiegende Auswirkungen haben werden.
Besonders gefährdet bei diesem Vorhaben sind Wale. In einer am 7. Juli veröffentlichten Studie “Moby Sick: The Costs of Woodside’s Burrup Hub for Threatened Whales”  (deutsche Zusammenfassung hier) hat Greenpeace Australia Pacific fünf Hauptrisiken ermittelt, denen die Tiere infolge der Offshore-Gasförderung ausgesetzt sind. Wale reagieren sehr empfindlich auf Unterwasserlärm, da sie Schall und Sonar meisterhaft zur Kommunikation, Navigation und Nahrungssuche nutzen. Neben dem Lärm von Bohr- und Baggerarbeiten sind sie laut der Studie von seismische Untersuchungen, ökotoxikologische Auswirkungen, Kollisionen mit Schiffen und der Klimakrise betroffen.

Worum geht es bei dem Woodside-Gasprojekt vor Australien? 

Der größte australische Öl- und Gaskonzern Woodside will in einer ersten Phase 300 Kilometer vor der Küste von Westaustralien ein Erdgasfeld im Meer erschließen. Das bedeutet: acht bis zu 84 Gasbohrungen in mehr als 900 Metern Tiefe und eine schwimmende Offshore-Plattform. Das Projekt Scarborough, dem sich in einer zweiten Phase Browse mit zwei weiteren Bohrplattformen anschließen soll, ist in mehrerlei Hinsicht verantwortungslos: Die Erdgasförderung an diesem Ort zerstört den Lebensraum und die Migrationspfade von Walen und etlichen anderen Arten – und ist extrem klimaschädlich.
Bei der Erschließung von Scarborough müssen über Hunderte Kilometer Meeresböden gesprengt und ausgebaggert werden, riesige Betonpfähle würden in den Meeresboden gerammt und Millionen Tonnen zerkleinerter Korallen und Felsen im Dampier-Archipel verklappt – dem Gebiet mit der größten Artenvielfalt im Meer vor Westaustralien. Das Gebiet beherbergt Tausende von Wal-, Hai-, Fisch-, Schildkröten- und Korallenarten. Es liegt auf den Wanderwegen der Wale und ist Heimat vieler bedrohter Arten. Zudem müssen zum Transport des Rohstoffs hunderte Kilometer Pipeline unter Wasser verlegt werden; die Scarborough-Pipeline würde den Montebello Marine Park durchqueren, eine der bedeutendsten Brut- und Niststätten von Meeresschildkröten.

Den vollständigen Report findet ihr hier: https://www.greenpeace.de/klimaschutz/energiewende/gasausstieg/tiefseeg…

Dateien