Im Februar sind mehrere Pottwale an der Nordseeküste von Dänemark gestrandet und verendet. Franziska Saalmann, Greenpeace Meeresexpertin ordnet ein und zieht Verbindungen zur aktuellen Kampagne gegen Tiefseebergbau in der Arktis bzw. für den Schutz der arktischen Tiefsee.
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Zusätzlich geben wir Antwort auf folgende Fragen:
Frage 1: Was machen die dänischen Behörden mit den Kadavern?
- Je nach Standort werden die Kadaver entweder zu Tierkörperverwertungsanlagen transportiert oder in abgelegenen Gebieten zurückgelassen, wo sie als Teil des Ökosystems auf natürliche Weise verwesen. Teile des Körpers (wie Kieferknochen) werden für wissenschaftliche Zwecke entfernt.
Vollständige Autopsien sind nicht vorgeschrieben. Sie werden oft aufgrund logistischer Schwierigkeiten (insbesondere im Winter) oder fortgeschrittener Verwesung ausgelassen. Der wissenschaftliche Fokus beschränkt sich in der Regel auf DNA-Proben, Mageninhalte (Plastik/Beute) und die Bergung von Skeletten für Museen.
Frage 2: Übt Greenpeace Druck aus, um sicherzustellen, dass tatsächlich Untersuchungen zur Todesursache durchgeführt werden?
Greenpeace erfolgt die Vorfälle aufmerksam und informiert über die verschiedenen Gefahren, denen Wale durch den Menschen ausgesetzt sind, und fordert politische Maßnahmen. Oftmals ist es nicht möglich, anhand einer Autopsie die genaue(n) Todesursache(n) mit Sicherheit festzustellen. Was wir jedoch wissen, ist, dass menschliche Aktivitäten Wale in vielerlei Hinsicht bedrohen (bestehende Gefahren wie Lärmbelästigung, gefährliche Substanzen und Kunststoffe, Fischerei, Klimakrise und drohende Gefahren wie Tiefseebergbau), und Greenpeace leistet öffentliche und politische Aufklärungsarbeit, um dem entgegenzuwirken.
Frage 3: Hat das ungewöhnliche Winterwetter von 25/26 (mit monatelangen anhaltenden Ostwinden) etwas damit zu tun?- Das ist möglich, aber wir wissen es nicht mit Sicherheit. Ungewöhnlich starke Ostwinde können die Strömungen in der Nordsee und damit das Vorkommen von Beutetieren verändern. Aber wahrscheinlich ist das nur ein Teil eines größeren und komplexeren Puzzles, zu dem z.B. auch der durch die Erwärmung der Arktis geschwächte Jetstream gehören kann.