Mythen zum Artensterben

Melanie (bis einschließlich 30.5. im Urlaub) Manegold Greenpeace e.V. • 13 January 2022
in der Gruppe Themengruppe Wald
Artenaussterben: Tote Biene

Mir doch egal, ob das Nashorn ausstirbt

 

Das Artensterben betrifft jeden Einzelnen von uns, denn viele Tier- und Pflanzenarten gehören zu Nahrungsketten und Kreisläufen, die aus dem Gleichgewicht geraten können und auch uns Menschen betreffen. 

Es kursieren viele Mythen zum Artensterben und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Ökosysteme weltweit. Um für mehr Klarheit zu sorgen, werden in diesem Beitrag ausgewählte Mythen zum Artenschutz und der Wichtigkeit der Biodiversität aufgedeckt.

Eines der bekanntesten und anschaulichsten Beispiele ist das Bienensterben und somit die fehlenden Bestäuber für Obst und Gemüse.🍏🍋🍓🥭🍒 Bienen und ihre Funktion als Bestäuber dienen als essenzieller Bestandteil zur weltweiten Nahrungssicherung und ein Ausfallen hätte weitreichende Auswirkungen auf die weltweite Biodiversität. 

 

Einkaufskorb mit Gemüse & Früchten
©Axel Kirchhof / Greenpeace


Aussagen wie „Der Klimawandel ist viel schlimmer" berücksichtigen nicht den Zusammenhang und das gegenseitige Befeuern zwischen Artensterben und Klimakrise. Daher nützen viele Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt auch dem Klima.

Außerdem ist die Behauptung „es sei zu spät und man könnte nun sowieso nichts mehr bewegen"  nicht ganz korrekt, denn noch haben wir noch eine Chance. Jedoch wenn wir jetzt nicht handeln, wird es für die kommende Generation zu spät sein. 💚

Als weiterer Mythos kommt oft die Frage auf: „Ist Naturschutz nicht das gleiche wie Artenschutz?". Die einfache Antwort darauf ist: NEIN. Natur-, Klima- und Artenschutz gehen oft Hand in Hand.🤝 Wichtig ist, dass wir z.B. Wälder als komplexe Ökosysteme begreifen, die nicht aus dem Gleichgewicht geraten dürfen. 

Indem irrtümlicherweise gesagt wird, dass „das Artensterben Teil der natürlichen Auslese ist", werden die Menschen und ihre Taten ganz einfach aus der Verantwortung entlassen. Denn aufgrund der menschgemachten Erderhitzung verlieren viele Arten ihren ursprünglichen Lebensraum und können woanders nicht überleben. In diesem Fall handelt es sich nicht um eine natürliche Auslese, denn das damit einhergehende Aussterben von Arten ist von Menschen verursacht.

 

Tiger auf einem Baummstamm - Artenvielfalt
©Leandro Cagiano / Greenpeace

 

Besonders in Zeiten von Corona stellt sich die Frage, ob wir denn nicht genug andere Probleme haben, als uns mit Themen wie Artenschutz zu beschäftigen. Doch wenn wir Tiere und Pflanzen mehr in Ruhe lassen, sinkt auch das Risiko von Zoonosen.Das sind neue Krankheiten, die von Tieren auf uns Menschen übertragen werden. Das Beispiel Covid-19 zeigt, in welchem Ausmaß Zoonosen auch die Menschheit betreffen können und was dementsprechend noch alles auf uns zukommen kann.

Doch was interessieren uns überhaupt Arten, die wir nicht einmal kennen?

Jede Art ist ein wichtiger Bestandteil eines großen Ökosystems, und nur weil ihre genaue Funktion noch nicht erforscht ist, bedeutet es nicht, dass diese verzichtbar sind. Auch wenn schon immer evolutionsbedingt Arten ausgestorben sind, erwarten Forscher, dass in den kommenden Jahren und Jahrzehnten Millionen von Arten aussterben werden. Dieser unglaublich hohe Verlust an Biodiversität gehört keinesfalls zum natürlichen evolutionären und alltäglichen Artensterben dazu.

Ohne Artenvielfalt stirbt der Mensch
© Bente Stachowske / Greenpeace​

 

Uns darf es also nicht egal sein, ob das Nashorn und unzählige weitere Arten aussterben, denn sie sind Teile eines großen Ökosystems. Wir befinden uns in einem Massensterben, vergleichbar mit dem Aussterben der Dinosaurier. Wir verlieren 150 Tier- und Pflanzenarten JEDEN TAG ❗❗

Daher müssen wir jetzt handeln, um uns und die nächste Generation zu schützen 💚⚠🤝.