Lützerath bleibt!!!

n.hoefler  Greenpeace Ortsgruppe • 19 November 2021
in der Gruppe Greenpeace Aschaffenburg

Ein Bericht von der Großdemonstration am 31.10.2021.

 

Sonntag morgens. Dämmerung. Flammenschein entlang der Grenze zu dem kleinen Dorf Lützerath. Mehrere Greenpeace Aktivistinnen und Aktivisten haben auf 150 Metern eine symbolische Rote Linie zwischen den Braunkohletagebau Garzweiler Zwei und der Ortschaft Lützerath gezogen. Gesäumt ist die rote Stoffbahn von Feuer und in dessen Mitte steht "1,5°C LIMIT".

Für mich hieß es am Sonntag den 31.10.2021 um 5 Uhr aufstehen. Denn von Aschaffenburg ging es über Frankfurt und Köln nach Lützerath. Gegen 12 Uhr treffe ich mit dem Shuttelbus in Lützerath ein. Vor der Bühne stehen schon eine Menge Leute und es werden immer mehr. Irgendwann müssen wir auch auf die benachbarte Wiese ausweichen, da es sonst zu eng werden würde. Überall sieht man die für "Alle Dörfer bleiben" typischen gelben Kreuze, "Kohle stoppen" Flaggen oder die weißen Anzüge von "Ende Gelände" und man verspürt den gemeinsamen Willen dieses Dorf namens Lützerath zu retten. Doch wozu das ganze? Das erklärte als einer der ersten Redner, der betroffene Landwirth Eckardt Heukamp. Der Energiekonzern RWE will den nur wenige Meter entfernten Braunkohletagebau Garzweiler erweitern und dafür weitere Dörfer abreisen und abbaggern. Dafür soll auch Herr Heukamp enteignet werden, doch der wehrt sich und klagte. Das Problem ist nicht nur die verlorene Heimat vieler Menschen, sondern auch die akute Klimakrise. Wird die Kohle unterhalb der Dörfer, die RWE noch abbaggern will, verbrannt, rückt das 1,5°C Ziel in weite Ferne. Das dürfte auch der Grund gewesen sein, weshalb sich rund 5.000 Menschen aus ganz Deutschland am Sonntag auf den Weg nach Lützerath gemacht haben. Wir haben die 1,5°C Grenze vor Lützerath symbolisch verteidigt. Dass wir die Zerstörung der Region und des Klimas nicht einfach so hinnehmen können, machte auch die FridaysForFuture Aktivisten Carla Reemtsma in Ihrer Rede deutlich. Letztendlich waren sich am Ende des Tages alle Rednerinnen und Redner einig, die Politiker und Politikerinnen müssen sich auf der am selben Tag begonnen Weltklimakonferenz COP26 verbindlich zum 1,5°C Ziel bekennen und das heißt: Lützerath bleibt!

Es war nicht meine erste große Demo, doch erst meine zweite am Rande eines Tagebaus. Schon 2018 war ich für die Rettung des Hambacher Forstes am Braunkohletagebau Garzweiler. Doch der Anblick dieser unfassbaren Zerstörung und der riesigen Mondlandschaft, machen mich immer wieder fassungslos. Doch genauso hoffnungsvoll verlasse ich immer wieder diese Demos, bei denen klar wird, wir sind nicht allein, wir sind viele. Und wenn es uns doch häufig wie David gegen Goliat vorkommt, sollten wir nicht vergessen, dass wir Goliat schon mehrere Male geschlagen haben. 

So machte ich mich gegen Abend wieder auf den Heimweg. Etwas erschöpft aber überglücklich dabei gewesen zu sein.

#LütziBleibt

Ein Bericht unseres Greenpeace-Aktivisten Niklas Höfler vor Ort in Lützerath.

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